Manchmal wissen andere schon vorher viel besser, was wir wirklich wollen.

Ihr kennt das? Mir ging es so mit dem Fotografieren. Aber von Anfang an…
Eigentlich bin ich Grafik-Designerin – auch wenn das heute nicht mehr meine ausschließliche Berufung ist. Design, Gestaltung, Kreativität, das waren schon von Anfang die Interessen, die meinen Talenten am besten entsprachen. Bereits als Kind war ich der Künstler-Typ – edgy, emphatisch und mit einem ständigen kreativen Dauerchaos im Kopf. Ich hatte schon damals viele Ideen, die nur darauf warteten, in die Freiheit entlassen zu werden. Manchmal waren es vielleicht auch etwas zu viele, aber hier kam mir glücklicherweise meine zweite Gabe zugute – Zielstrebigkeit.
So entschied ich mich nach der Schule eben für das Grafik-Design und kam dadurch das erste Mal mit der Fotografie in Kontakt – eine Leidenschaft, die später mein Beruf werden würde. Das konnte ich aber damals noch nicht wissen. Zunächst arbeitete ich in unterschiedlichen Agenturen und hatte mich in einem Leben zwischen Photoshop und Indesign, Briefings und Präsentationen bereits eingerichtet – wenn, ja wenn da nicht dieses unterschwellige, immer wiederkehrende und stetig wachsende Bedürfnis gewesen wäre, die Kamera in die Hand zu nehmen und zu fotografieren.
 Zuerst waren es Shootings mit Freundinnen und Bekannten, doch schon bald merkte ich, dass meine Bilder offenbar die Menschen erreichen, etwas in ihnen auslösen. Ich fing an mich weiter zu bilden, verfeinerte meine Technik und lernte, lernte, lernte… Aus einer Leidenschaft wurde eine Berufung – und aus einer Berufung ein neuer Beruf. Meine Freunde sagten zu mir, sie hätten es schon viel früher gewusst, gespürt, dass es die Fotografie sei, wofür ich wirklich brenne. Mir selbst war das gar nicht so aufgefallen. Sie aber wussten es einfach.
 Mittlerweile gehe ich diesen Weg aus Überzeugung und mit Liebe zu meiner Arbeit. Ich tue genau das, was ich mir immer gewünscht habe und wenn meine Kunden nach einem Shooting einmal zu mir sagen „Wie hast du das nur hin bekommen, uns aufzunehmen?“ denke ich mir: Manchmal wissen andere eben schon vorher viel besser, was wir wirklich wollen.

Allerliebst,
Simone